Gesammelte Informationen zur Hufrehe Behandlung

1. Hufrehe Behandlung: Der erste Schritt ist Wissen!

Verletzer Huf behandeln

Hufrehe ist eine Erkrankung bei Pferden und Ponys, die immer häufiger wird. Die Diagnose Hufrehe bedeutet für das Pferd großes Leid und erfordert vom Besitzer eine schnelle und vor allem richtige und konsequente Hufrehe-Behandlung. Darum ist Wissen Macht. Denn nur mit dem entsprechenden Wissen lassen sich Dinge verändern. Auch bei der Hufrehe und vor allem bei der Hufrehe Behandlung.

Informationen zur Hufrehe Behandlung von Pferdehaltern für Pferdehalter

Weil wir finden, dass viel zu viele Hufrehe-Pferde stumm leiden, haben wir diese Hufrehe-Infoseite erstellt. Hier möchten wir Pferdehaltern, deren Pferd an Hufrehe erkrankt ist, Anregungen, Impulse und ein bisschen leicht verständliches Wissen vermitteln, das wir aus verschiedensten Quellen (s.u.) zusammengetragen haben. Dennoch: lassen Sie sich bitte immer von einem für Hufrehe-Pferde kompetenten Tierarzt beraten und bleiben Sie stets kritisch. Die veterinärmedizinische Fachmeinung und Beurteilung können und wollen wir nicht ersetzen!

2. Sofortmaßnahmen bei der Hufrehe Behandlung

2.1. Hufrehe Behandlung Sofortmaßnahmen im Kurzüberblick

  1. Tierarzt (Hufrehe-Spezialist) verständigen
  2. Hufrehe-Hufe kühlen
  3. Sohlen-Polster-Verband am Hufrehe-Huf anlegen (lassen)
  4. Hufrehe-Auslöser abstellen
  5. Blutegel ansetzen lassen
  6. Hufschmied/Hufpfleger informieren
  7. Während der Entzündungsphase Hufrehe-Hufe im Abstand von 2 – 3 Tagen korrigieren lassen (laut Dr. Hiltrud Straßer)
  8. Bewegung vermeiden (laut Dr. Konstanze Rasch)
  9. Für weichen Untergrund sorgen

2.2. Hufrehe Behandlung Sofortmaßnahmen im Detail

Tierarzt verständigen / Kühlen / Verbinden bei akuter Hufrehe ...

An erster Stelle der Hufrehe Behandlung steht im Akutzustand die sofortige Verständigung des Tierarztes. Bis zu seinem Eintreffen und auch nach seinem Besuch sollten die betroffenen Hufrehe-Hufe gekühlt werden. Am besten stellen Sie das von Hufrehe betroffene Bein einfach in einen Eimer mit sehr kaltem Wasser. Wenn das nicht geht, bietet sich ein Anguss-Verband an oder dauerhafte Kühlung mit einem Wasserstrahl. Außerdem sollte ein Polster aus Polsterwatte auf der Sohle angebracht werden (wie genau das funktioniert ist unter anderem nachzulesen in Konstanze Raschs Buch „Diagnose Hufrehe“).

Schmerzmittel/Entzündungsmittel bei Hufrehe? ...

Um die Zeit bis zum Eintreffen des Tierarztes zu überbrücken, wird manchmal die Gabe von Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder anderen Schmerzmitteln/Entzündungshemmern empfohlen. In der Fachliteratur ist die Gabe von Schmerzmitteln und Entzündungshemmern zur Hufrehe Behandlung grundsätzlich sehr umstritten. Sicher ist, dass es bisher kein Medikament gibt, das Hufrehe tatsächlich heilen könnte (ebd.: 109). Schmerzmittel lindern nur die Symptome der Hufrehe - können aber auch schädlich sein (Zum Beispiel kann Acetylsalicylsäure die Magenschleimhaut schädigen [ebd.: 108]). Sollten Sie sich dennoch für die Gabe von Schmerzmitteln bei einem akuten Hufrehe-Schub entscheiden: Tun sie dies nie ohne Ihren Tierarzt. Sprechen Sie alles mit ihm ab – zur Not telefonisch. Und denken Sie gegebenenfalls an ein Magenmittel (o.a.), um die negativen Auswirkungen der Medikamente ein wenig aufzufangen.

Hufrehe-Ursachen abstellen ...

Selbstverständlich gehört das an Hufrehe erkrankte Pferd sofort von der Koppel genommen. Alles energiereiche Futter sollte ihm entzogen werden. Allerdings muss frisches, schnell erreichbares Wasser vorhanden sein. Aufregung und Bewegungszwang sollten unbedingt vermieden werden. Um es anders zu sagen: alle Faktoren, die Hufrehe auslösen können, müssen sofort abgestellt werden. (Mehr dazu hier…)

Haltung bei akuter Hufrehe ...

Das Hufrehe-Pferd sollte auf einer weichen und nicht fressbaren Unterlage stehen (zum Beispiel ein Sand-Sägespäne-Gemisch). Es sollte keiner Aufregung und keinem Bewegungszwang ausgesetzt sein und sich möglichst wenig bewegen müssen. Die meisten Hufrehe-Experten empfehlen im Akutzustand der Hufrehe KEINE Bewegung. (Nur der Vollständigkeit halber: Dr. Hiltrud Straßer findet das Gegenteil richtig. Nachzulesen in Ihrem Buch „Hufrehe (Laminitis)“. Darum aber dennoch nicht zur Nachahmung zu empfehlen.)

Blutegel ansetzen bei akuter Hufrehe! ...

Laut Dr. Constanze Rasch hat sich vor allem die Blutegeltherapie „als eine überaus effektive Maßnahme bei der akuten Hufrehe erwiesen“. Die Blutegeltherapie führen einige Tierärzte, vor allem aber Tierheilpraktiker zur Hufrehe-Behandlung durch. Wenn Sie ein zu Hufrehe neigendes Pferd haben, empfiehlt es sich, rein prophylaktisch bereits im Vorfeld, einen entsprechenden Therapeuten zu suchen, den Sie im Hufrehe-Notfall dann schnell verständigen können. Denn je schneller die Blutegel zum Einsatz kommen, desto wirksamer sind sie. (ebd.: 111-112)

Homöopathie / Phytotherapie bei akuter Hufrehe ...

Unterstützen können Sie die Hufrehe Behandlung mit homöopathischen Mitteln: Mehr dazu können Sie hier lesen. Dennoch ist die Homöopathie im Akutfall nicht immer durchgreifend genug. Unserer Erfahrung nach schneller und wirksamer sind in diesem Fall Kräuter, also die Phytotherapie! Mehr zu der Heilfraft der Kräuter bei Hufrehe können Sie hier nachlesen.

[Hinweis: Homöopathika und Kräuter ersetzen im Notfall natürlich nicht den Besuch des Tierarztes und eine etwaige medikamentöse Behandlung, können und sollten aber unterstützend gegeben werden. Besonders Kräuter können dem Organismus helfen, bei der schweren Aufgabe die Hufrehe zu lindern].

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3. Hufrehe Behandlung langfristig / Vorsorge und Nachsorge

3.1. Nach dem Hufrehe-Schub ist vor dem Hufrehe-Schub

Die Hufrehe Behandlung nach der akuten Phase ist genauso wichtig wie die zuvor. Viele Pferdehalter denken, dass nach dem akuten Hufrehe-Schub alles überstanden ist. Doch werden die Ursachen nicht ausgeschaltet oder zumindest minimiert wird das Pferd immer wieder Hufrehe-Schübe erleiden müssen – und dann kann es zu einer chronischen Hufrehe kommen. Woran Sie eine potentiell chronische Hufrehe erkennen können? Oftmals sprechen die Hufe Bände, denn sie sind von der Hufrehe gezeichnet: bei falscher Therapie der Hufrehe oder gar keiner Hufrehe Behandlung zeigen die Hufe oftmals unter anderem Rillen und Falten in den Hornwänden der Hufe und eine Verformung des Hufs (siehe Rasch 2010: 127). Das Fatale: Bisher entstandene Schäden durch die Hufrehe können durch keine Behandlung rückgängig gemacht werden. Nun heißt es, nach vorne sehen und erneuten Hufrehe-Schüben vorbeugen.

Darum gilt es nun, sich hinzusetzen und die Hufrehe Behandlung regelrecht zu planen. Hierbei soll Ihnen folgende Liste helfen (Ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

3.2. Behandlungsplan Hufrehe / Woran Sie denken müssen:

1. Ist-Zustand des Hufrehe-Pferdes überprüfen ...

Der erste Schritt zur langfristigen Hufrehe Behandlung ist eine Überprüfung des gegenwärtigen Zustandes: Wie weit wurde der Huf durch den Hufrehe-Schub oder die Hufrehe-Schübe geschädigt? Eine Röntgenaufnahme bringt Klarheit und ist auch für einen anschließenden Hufrehe-Beschlag als Hufrehe Behandlungsmaßnahme wichtig (dessen Sinnhaftigkeit für die Hufrehe Behandlung ist allerdings umstritten). Zur Überprüfung gehört auch unbedingt die Ermittlung des Gewichts des Hufrehe-Pferdes und der tatsächlichen Futtermenge. Das Gewicht lässt sich entweder mittels Pferde- oder LKW-Waagen ermitteln oder anhand eines Maßbandes zur Gewichtserfassung oder anhand der folgenden Formel (nach Rasch 2010: 82) Brustumfang² x Körperlänge:  11.877. Anschließend muss der Bedarf des Hufrehe-Pferdes ermittelt werden. Hierbei helfen Experten (zum Beispiel Dr. Ingrid Vervuert vom Institut für Tierernährung an der Veterinärmedizinischen Universität Leipzig), Bedarfstabellen in Büchern oder ein spezialisierter Tierarzt.

2. Haltungsbedingungen für Hufrehe-Pferde ...

Ein Hufrehe-Pferd braucht nach der akuten Phase eine Haltung, die ihm viel Bewegung und äußerst wenig fruktanhaltiges Gras ermöglicht. Die bei uns typischen Hochleistungsweiden (eigentlich für die Milchproduktion von Kühen gedacht) sind für ein Hufrehe-Pferd nicht geeignet. Wenn die Weide an sich nicht auf die Bedürfnisse des Hufrehe- Pferdes hin umgestaltet werden kann (energiearmes Pferdegras, steppenähnlich), muss die Grasaufnahme stark begrenzt werden. Entweder müssen reine Sandpaddocks (mit Heufütterung) angelegt werden, auf denen das Hufrehe-Pferd den überwiegenden Teil des Tages verbringt und ausreichend Möglichkeit hat, sich zu bewegen, oder das Pferd muss einen Maulkorb angelegt bekommen. Wichtig ist, dass das Pferd sich viel bewegt (laut Hiltrud Straßer 15 Kilometer am Tag) und der Boden für ein Hufrehe-Pferd geeignet ist. Hiltrud Straßer unterscheidet hier nach verschiedenen Rassen: „mit Ausnahme der reinrassigen Kaltblutpferde benötigen alle Pferde festen, Widerstand gebenden Boden (Straßer 2003: 110). Was damit sicher nicht gemeint ist, ist Asphalt. Bei Asphalt muss bedacht werden, dass dieser wieder einen ganz anderen Härtegrad hat, als z.B. fester Sandboden, und vor allem einen ganz anderen Abrieb bei unbeschlagenen Hufrehe-Pferden und den „Klirr-Effekt“ bei beschlagenen Hufrehe-Pferden.

3. Fütterung von Hufrehe-Pferden ...

Bei der Hufrehe Behandlung muss die Fütterung unbedingt mit unter die Lupe genommen werden.
Gutes Futter für Hufrehe-Pferde: abgelagertes (aber qualitativ hochwertiges, nicht staubiges oder schimmliges) Heu mit hohem Rohfaseranteil  + Stroh als Einstreu + Mineralfutter (nach Bedarf! Bedarf per Bluttest und Heu per Nährstoffanalyse feststellen). Das sollten die Hauptfuttermittel zur Hufrehe Behandlung sein. Gras sollte nur sehr reduziert gegeben werden*.
Schlechtes Futter für Hufrehe-Pferde: Was ein Hufrehe Pferd nicht bekommen sollte sind Leckerli, Küchenabfälle, stark zucker- und kohlehydratreiche Obst- oder Gemüsesorten (zum Beispiel Mais, reife Birnen und Bananen, etc.), Getreide bzw. Kraftfutter oder Pferdemüsli. Wenn es nicht anders geht, zum Beispiel zur Beimischung von Mineralien, Kräutern oder Medikamenten, die das Hufrehe-Pferd allein nicht aufnimmt, gibt es inzwischen Spezial-Müslis auf dem Markt, die extra auf Hufrehe-Pferde abgestimmt sind (zum Beispiel EquiGard von St.Hippolyt). Beim Kauf von Pferdemüslis ist folgendes eine wichtige Richtschnur: Es sollten keine Melasse und keine Kleie enthalten sein. (Sie werden sehen, da schränkt sich die Auswahl schon erstaunlich stark ein.)
Grundsätzlich gilt: Jede Futterumstellung ist ein potentielles Gesundheitsrisiko für das Hufrehe-Pferd und sollte darum sehr langsam und erst nach und nach umgesetzt werden. Wie bei allem anderen auch, was unsere Pferde betrifft, sollten sich Veränderungen niemals abrupt vollziehen, sondern dem Pferd Zeit geben, sich daran zu gewöhnen. Bei Hufrehe-Pferden gilt das umso mehr.

*Hier noch eine Anmerkung: Untersuchungen haben gezeigt, dass der Fruktan-Gehalt in Gras bei gesunden Pferden  nicht zwangsläufig Hufrehe auslöst – allerdings wird immer deutlicher, dass es einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Grasaufnahme gibt. Übergewichtige Pferde erkrankten durch das Fressen von Gras eher an Hufrehe als normalgewichtige Pferde. (Rausch 2010: 58) Der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Hufrehe ist kaum mehr wegzudiskutieren. Darum gehört das Thema „Gewicht“ unbedingt (!) zur langfristigen Hufrehe-Behandlung und sollte nicht einfach mit Worten wie „Ach, mein Pony ist halt gemütlich“ abgetan werden! Übergewicht ist nun einmal ein Gesundheitsrisiko und viel Fressen KEIN Liebesbeweis! Mehr zu Hufrehe Fütterung / Futter…

4. Gewicht des Hufrehe-Pferdes ...

Zur Hufrehe Behandlung gehört unbedingt auch eine Überprüfung des Gewichts und der Futtermengen. Anhand des Body Condition Score können Sie leicht herausfinden, ob Ihr Hufrehe-Pferd zu viel auf den Rippen hat. Um Sie gleich einzustimmen: Wenn ihr Pferd auf der Weide lebt und kein Hochleistungssportler ist, ist Übergewicht relativ wahrscheinlich, denn die meisten Weidepferde sind zu dick (Dr. Karl Blobel 2011). Darum ist bei der Hufrehe Behandlung die Reduktion des Gewichts elementar! (Rausch 2010: 78ff.) Darum gehört zur Hufrehe Behandlung auch und besonders ein schonendes Abspeckprogramm. Doch Achtung: eine zu schnelle Gewichtsreduktion kann für das Hufrehe-Pferd gefährlich werden (Folgen: Störungen des Fettstoffwechsels oder die sogenannte „Hungerrehe“) und einer Hufrehe Behandlung entgegen wirken. Darum sollte das Augenmerk zur Hufrehe Behandlung auf einer langsamen und gesunden Gewichtsreduktion liegen. Das heißt: viel leichte Bewegung, und rationiertes Heu– nicht mehr als 1,2 Kilogramm pro 100 Kilogramm Körpergewicht (laut Dr. Ingrid Vervuert 2011). Und es sollte in Heunetzen gegeben werden, denn erstens reduziert das die benötigte Heu-Menge, zweitens ist das Hufrehe-Pferd so lange beschäftigt und drittens kann die Gefahr reduziert werden, dass das Hufrehe- Pferd zu lange ohne Futter ausharren muss (dafür ist der Verdauungsapparat der Pferde nicht gemacht  à Magengeschwürgefahr). Bei der Gewichtsreduktion ist auch darauf zu achten, dass das Hufrehe-Pferd keine Futtermittel bekommt, die einen hohen glykämischen Index haben – also frisches Gras, Getreide, Zuckerreiches, Äpfel, Karotten, Rüben etc. (ebd.: 87).

5. Hufbearbeitung / Hufpflege / Hufschutz bei Hufrehe ...

Ein wesentlicher Aspekt bei der Hufrehe Behandlung ist die Hufpflege und der Hufschutz. Im akuten Stadium der Hufrehe Erkrankung sollten Polsterverbände jeglichen Stoß abfangen (siehe bei akuter Hufrehe Behandlung). Später empfehlen manche Tierärzte einen individuell auf die genaue Hufrehe-Diagnose Ihres Pferdes abgestimmten Spezial-Beschlag (orthopädischer Beschlag ), der die Hufbeinspitze entlasten, das Gewicht nach hinten verlagern, den Fußungs- und Abrollvorgang in alle Richtungen erleichtern und so weiter. Hierfür sei das Röntgenbild unerlässlich, da die Hufstellung an das Hufbein angepasst werden müsse. Ob ein Beschlag an sich nicht vielleicht sogar eher kontraproduktiv ist, sollte hier und bei der Hufrehe Behandlung allerdings auch bedacht werden. Konstanze Rasch spricht sich in Ihrem Buch „Diagnose Hufrehe“ gegen einen Beschlag aus. Ebenso Hiltrud Strauß. Der Huf sei eh schon genug geschädigt, außerdem werde die Hufmechanik durch ein Eisen eingeschränkt (Rasch 2010: 76,77). Insgesamt findet Rasch 15 Nachteile des Beschlags. Viel wichtiger und effektiver sei die Bearbeitung des Barhufs alle 4 bis 5 Wochen. In der akuten Entzündungsphase spricht sich Hiltrud Straßer sogar für eine leichte Hufkorrektur alle 2- 3 Tage aus! (Straßer 2003: 112).

Ist das Horn durch die Hufrehe schon stark in Mitleidenschaft gezogen, können auch Klebeschuhe oder Kunsthorn verwendet werden. Bei der Hufrehe Behandlung kann auch der Einsatz von Hufschuhen Sinn machen, besonders bei Hufrehe-Pferden, deren Hufe noch nicht allzu stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Denn sie bieten bei der vielen leichten Bewegung, die das Pferd haben sollte, ein gutes Polster bei zum Beispiel Asphalt. Mehr zu Hufbeschlag/Hufschuhe bei Hufrehe

6. Bewegung bzw. ein Bewegungungsprogramm bei Hufrehe ...

Bei der langfristigen Hufrehe Behandlung und vor allem der Hufrehe Vorsorge spielt Bewegung eine sehr wichtige Rolle. Zum einen verbessert Bewegung den Allgemeinzustand des Pferdes (mehr Kondition, ein gesünderer Bewegungsapparat, bessere Verdauung und so weiter). Zum anderen führt die Bewegung im Huf zu einer besseren Durchblutung in der durch Hufrehe gefährdeten Region. Und die Steigerung der Durchblutung beziehungsweise der Sauerstoffzufuhr an der erkrankten Stelle ist eines der zentralen Ansatzpunkte bei der Hufrehe Behandlung und Therapie (Straßer 2010: 112). Allerdings ist die Art der Bewegung hier entscheidend. Das Pferd in der Halle oder auf dem Platz toben zu lassen, ist bei einer Hufrehe-Erkrankung (wie bei eigentlich allen Erkrankungen) nicht angebracht. Damit Bewegung auch gleichzeitig Hufrehe Behandlung und Therapie sein kann, sollten Sie Ihr Pferd im Gegenteil eher zu Beginn (und besonders bei schlechter Kondition, Übergewicht, Konstitution) ausschließlich im Schritt und dafür länger am Stück bewegen.

Beginnen Sie bei Ihrer Hufrehe- Bewegungs-Behandlung mit 15 Minuten Schritt (1 Woche lang) und steigern Sie dann Woche für Woche so weit es Ihrem Hufrehe-Pferd gut tut. Achten Sie besonders auf „fühliges“ und vorsichtiges Gehen. Ist das Pferd fühlig, ist Ihr Hufrehe Behandlungsplan noch nicht ausgereift genug. Dann müssen Sie entweder die Bewegungsdauer reduzieren, also zum Beispiel lieber 2 x am Tag 10 Minuten als 1 x am Tag 20 Minuten, oder den Hufschutz für Ihr Hufrehe-Pferd (Eisen, Hufschuh) optimieren.


Außerdem sollten sie enge Wendungen vermeiden. Langfristig sind lange Spaziergänge an der Hand genau das richtige für ein an Hufrehe erkranktes Pferd. Das baut außerdem zusätzlich Kondition auf und Fett ab und sorgt für eine gute Durchblutung. Allerdings Vorsicht: Bewegung nicht ohne Hufrehe-Beschlag oder Hufschuhe auf Asphalt! Ideal ist ein ebener, festgetretener Wald- oder Sandboden. Wo das zum lange-geradeaus-Gehen nicht vorhanden ist, muss ein Hufschutz die nötige Federung und Polsterung ersetzen.

Wenn sowohl die Hufe als auch der Gesamtzustand Ihres Hufrehe-Pferdes es zulassen, können Sie dann nach einigen Wochen wieder anfangen Schritt zu reiten. Nach weiteren Wochen können Sie kurze Trab-Phasen einbauen. Und so weiter. Wenn Sie sich unsicher sind, wann Sie die Belastung steigern können: Lieber zu spät als zu früh. Also lassen Sie sich Zeit.

7. Phytotherapie/ Kräuter bei Hufrehe

Die Behandlung mit Kräutern und Wurzeln ist als Hufrehe Behandlung eine gute Möglichkeit für die Langzeittherapie, die akute Unterstützung des belasteten Körpers und der Vorbeugung. Im akuten Hufrehe- Schub und auch sonst können die Kräuter (wie alle anderen tierheilkundlichen Mittel) selbstverständlich nicht den Tierarzt und dessen Behandlung ersetzen. Doch unterstützend können Kräuter therapeutisch wirken und zur Vorbeugung sehr gute Dienste bei der Hufrehe Behandlung erweisen. Ginkgo zum Beispiel ist bekannt für seine durchblutungsfördernden Eigenschaften, die gerade bei einer Hufrehe Behandlung sehr hilfreich sein können.

Außerdem bieten sich Kräuter auch zur Ausleitung von Giften und Schlacken an, die ja Hufrehe-Auslöser sein können. Doch Vorsicht beim Bezug von Kräutern: Diese sollten geprüft sein und keine Schadstoffe enthalten, sonst sind sie kontraproduktiv oder gar nicht wirksam. Billige Kräuter halten leider meist nicht, was sie versprechen. Davon sollte man lieber die Finger lassen. Die Aufzucht und Trocknung von Kräutern ist sehr aufwendig – das erklärt einen recht hohen Preis für Qualität; dafür erhält man dann aber auch eine wirkliche Hilfe in der Hufrehe Behandlung des eigenen Pferdes. Mehr zu Hufrehe Kräutern…

8. Homöopathie und Schüssler Salze bei Hufrehe ...

Wie schon bei der akuten Hufrehe Behandlung gesagt, können Homöopathika und Schüssler Salze sehr hilfreich sein und unterstützend wirken. Sie allein werden allerdings ein Hufrehe-Geschehen nicht heilen oder lindern können.

Bei der Homöopathie zur Hufrehe Behandlung haben sich Nux vomica D6 und Ginkgo biloba D6 bewährt (Gösmeier, Heüveldop 2007: 93). Aber auch viele andere Mittel können hier wirksam sein. Welches Mittel bei Hufrehe das Richtige ist, lässt sich in der Homöopathie einfach nicht pauschal sagen. Das kommt ganz auf die individuellen Kriterien und Begleitumstände Ihres Hufrehe-Pferdes an. Darum ist es am einfachsten und sichersten, einen Tierheilpraktiker oder Tierhomöopathen zur Hufrehe Behandlung zu konsultieren. Dieser kann dann das individuelle Mittel zur Hufrehe-Behandlung herausfinden, das für Ihr Pferd  genau das richtige ist. Mehr zu Hufrehe und Homöopathie…

Bei den Schüssler Salzen sollen die Salze No. 7, 9 und 10 hilfreich bei Hufrehe Pferden sein. Bei den akuten Entzündungsvorgängen einer Hufrehe kann aber auch das Entzündungsschema gegeben werden (erst No 3., dann No 4. und dann No 6.). Aber auch hier wenden Sie sich zur richtigen Behandlung vertrauensvoll an einen Tierheilpraktiker. 

Quellen / verwendete Literatur:

  • Bender, Ingolf (2000): Praxishandbuch Pferdefütterung. Stuttgart: Kosmos Verlag.
  • Blobel, Karl (2010):Telefoninterview mit Dr. Karl Blobel, Tierarzt in Ahrensburg, am 18. Mai 2011
  • Bührer-Lucke, Gisa (2010): Expedition Pferdekörper. Stuttgart: Kosmos Verlag.
  • Gösmeier, Ina und Heüveldop, Sabine (2007): Pferde gesund und vital durch Homöopathie. Stuttgart: Müller Rüschlikon Verlag.
  • Meyer, Helmut und Coenen, Manfred (2002): Pferdefütterung. 4., erweiterte und aktualisierte Auflage. Berlin: Parey Buchverlag.
  • Rasch, Konstanze (2010) : Diagnose Hufrehe. Stuttgart:  Müller Rüschlikon
  • Schmidt, Romo und Häusler-Naumburger, Ulrike und Dübbert, Thomas (2002): Hufrehe. Vermeidung – Früherkennung – Heilung; Cham: Müller Rüschlikon Verlag
  • Straßer, Hiltrud: Hufrehe (Laminitis) [2003]: Erscheinungsformen, Ursachen und Behandlung. Kirchentellinsfurt: Knirsch Verlag
  • The Laminitis Trust: http://www.laminitis.org/
  • Vervuert, Ingrid (2010): Telefoninterview mit Dr. Ingrid Vervuert, Institut für Tierernährung, Ernährungsschäden und Diäthetik der Veterinärmedizinischen Universität Leipzig am 19. Mai 2011.
  • Eigene Erfahrungen, Erfahrungen anderer Pferdehalter