Schlechtes Futter für Hufrehe-Pferde: Was ein Hufrehe Pferd nicht bekommen sollte sind Leckerli, Küchenabfälle, stark zucker- und kohlehydratreiche Obst- oder Gemüsesorten (zum Beispiel Mais, reife Birnen und Bananen, etc.), Getreide bzw. Kraftfutter oder Pferdemüsli. Wenn es nicht anders geht, zum Beispiel zur Beimischung von Mineralien, Kräutern oder Medikamenten, die das Hufrehe-Pferd allein nicht aufnimmt, gibt es inzwischen Spezial-Müslis auf dem Markt, die extra auf Hufrehe-Pferde abgestimmt sind (zum Beispiel EquiGard von St.Hippolyt). Beim Kauf von Pferdemüslis ist folgendes eine wichtige Richtschnur: Es sollten keine Melasse und keine Kleie enthalten sein. (Sie werden sehen, da schränkt sich die Auswahl schon erstaunlich stark ein.)

 

Grundsätzlich gilt: Jede Futterumstellung ist ein potentielles Gesundheitsrisiko für das Hufrehe-Pferd und sollte darum sehr langsam und erst nach und nach umgesetzt werden. Wie bei allem anderen auch, was unsere Pferde betrifft, sollten sich Veränderungen niemals abrupt vollziehen, sondern dem Pferd Zeit geben, sich daran zu gewöhnen. Bei Hufrehe-Pferden gilt das umso mehr.

Hier noch eine Anmerkung zum Gras: Untersuchungen haben gezeigt, dass der Fruktan-Gehalt in Gras bei gesunden Pferden  nicht zwangsläufig Hufrehe auslöst – allerdings wird immer deutlicher, dass es einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Grasaufnahme gibt. Übergewichtige Pferde erkrankten durch das Fressen von Gras eher an Hufrehe als normalgewichtige Pferde. (Rausch 2010: 58) Der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Hufrehe ist kaum mehr wegzudiskutieren. Darum gehört das Thema „Gewicht“ unbedingt (!) zur langfristigen Hufrehe-Behandlung und sollte nicht einfach mit Worten wie „Ach, mein Pony ist halt gemütlich“ abgetan werden! Übergewicht ist nun einmal ein Gesundheitsrisiko und viel Fressen KEIN Liebesbeweis.

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Gewichtsreduktion als Baustein in der Behandlung von Hufrehe (bei Übergewicht & EMS)

Zur Überprüfung des Ist-Zustandes Ihres Pferdes gehört auch unbedingt die Ermittlung des Gewichts des Hufrehe-Pferdes und der tatsächlichen Futtermenge. Das Gewicht lässt sich entweder mittels Pferde- oder LKW-Waagen ermitteln oder anhand eines Maßbandes zur Gewichtserfassung oder anhand der folgenden Formel (nach Rasch 2010: 82) Brustumfang² x Körperlänge:  11.877. Anschließend muss der Bedarf des Hufrehe-Pferdes ermittelt werden. Hierbei helfen Experten (zum Beispiel Dr. Ingrid Vervuert vom Institut für Tierernährung an der Veterinärmedizinischen Universität Leipzig), Bedarfstabellen in Büchern oder ein spezialisierter Tierarzt.

Anhand des Body Condition Score können Sie leicht herausfinden, ob Ihr Hufrehe-Pferd zu viel auf den Rippen hat. Um Sie gleich einzustimmen: Wenn ihr Pferd auf der Weide lebt und kein Hochleistungssportler ist, ist Übergewicht relativ wahrscheinlich, denn die meisten Weidepferde sind zu dick (Dr. Karl Blobel 2011). Darum ist bei der Hufrehe Behandlung meist die Reduktion des Gewichts elementar (Rausch 2010: 78ff.) Es gehört also zur Hufrehe Behandlung meist auch und besonders ein schonendes Abspeckprogramm.

Doch Achtung: eine zu schnelle Gewichtsreduktion kann für das Hufrehe-Pferd gefährlich werden (Folgen: Störungen des Fettstoffwechsels oder die sogenannte „Hungerrehe“) und einer Hufrehe Behandlung entgegen wirken. Darum sollte das Augenmerk zur Hufrehe Behandlung auf einer langsamen und gesunden Gewichtsreduktion liegen. Das heißt: viel leichte Bewegung, und rationiertes Heu– nicht mehr als 1,2 Kilogramm pro 100 Kilogramm Körpergewicht (laut Dr. Ingrid Vervuert 2011). Und es sollte in Heunetzen gegeben werden, denn erstens reduziert das die benötigte Heu-Menge, zweitens ist das Hufrehe-Pferd so lange beschäftigt und drittens kann die Gefahr reduziert werden, dass das Hufrehe- Pferd zu lange ohne Futter ausharren muss (dafür ist der Verdauungsapparat der Pferde nicht gemacht). Bei der Gewichtsreduktion ist auch darauf zu achten, dass das Hufrehe-Pferd keine Futtermittel bekommt, die einen hohen glykämischen Index haben – also frisches Gras, Getreide, Zuckerreiches, Äpfel, Karotten, Rüben etc. (ebd.: 87).

Quellen / verwendete Literatur:

  • Bender, Ingolf (2000): Praxishandbuch Pferdefütterung. Stuttgart: Kosmos Verlag.
  • Blobel, Karl (2010):Telefoninterview mit Dr. Karl Blobel, Tierarzt in Ahrensburg, am 18. Mai 2011
  • Bührer-Lucke, Gisa (2010): Expedition Pferdekörper. Stuttgart: Kosmos Verlag.
  • Gösmeier, Ina und Heüveldop, Sabine (2007): Pferde gesund und vital durch Homöopathie. Stuttgart: Müller Rüschlikon Verlag.
  • Meyer, Helmut und Coenen, Manfred (2002): Pferdefütterung. 4., erweiterte und aktualisierte Auflage. Berlin: Parey Buchverlag.
  • Rasch, Konstanze (2010) : Diagnose Hufrehe. Stuttgart:  Müller Rüschlikon
  • Schmidt, Romo und Häusler-Naumburger, Ulrike und Dübbert, Thomas (2002): Hufrehe. Vermeidung – Früherkennung – Heilung; Cham: Müller Rüschlikon Verlag
  • The Laminitis Trust: http://www.laminitis.org/
  • Vervuert, Ingrid (2010): Telefoninterview mit Dr. Ingrid Vervuert, Institut für Tierernährung, Ernährungsschäden und Diäthetik der Veterinärmedizinischen Universität Leipzig am 19. Mai 2011.
  • Eigene Erfahrungen, Erfahrungen anderer Pferdehalter
  • Fritz, Christina (2012): Pferde fit füttern: Wie ich mein Pferd artgerecht ernähre. Schwarzenbek: Cadmos Verlag