Bei Hufrehe ungünstige Kräuter

Es müssen nur die richtigen Kräuter sein. Denn leider können die falschen Kräuter Effekte haben, die bei Hufrehe nicht wünschenswert sind.

Weidenrinde zum Beispiel: Einmal davon abgesehen, dass die Salicylsäure in Weidenrinde (natürliches Äquivalent zu Aspirin) bei Pferden innerhalb einer Stunde verstoffwechselt wird und somit gar kein sinnvoller Blutspiegel aufgebaut werden kann*, ist die Weidenrinde nun einmal ein pflanzliches Schmerzmittel. Nehmen wir unserem Hufrehe-Pferd allerdings den Schmerz, wird es den angegriffenen Hufhalteapparat stärker belasten, als vertretbar ist, und die Schädigung schreitet weiter voran. Gleiches gilt für andere pflanzliche Schmerzmittel, wobei die meisten anderen zusätzliche Nebenwirkungen haben, die deren Einsatz am Hufrehe-erkrankten Pferd ausschließen sollten:

Ingwer, Chilli, Weihrauch, Yucca etc. sind solche Entzündungshemmer und Schmerzmittel mit eklatanten Nebenwirkungen - gerade für das Hufrehe-Pferd. Denn alle eben genannten Pflanzen können den Magen reizen und in Mitleidenschaft ziehen. Doch gerade das Verdauungssystem spielt eine wichtige Rolle bei der Heilung aber auch der Verschlimmerung einer Hufrehe. Denn wird schlecht verdaut oder der Magen gereizt, entstehen Säuren und Stoffwechselgifte, die über den Magen in den Organismus gelangen. Und Stoffwechselgifte sind ja leider Hauptursache No. 1 bei Hufrehe.

Die richtigen Kräuter bei Hufrehe

Die Auswahl der Kräuter für eine Hufrehe-Mischung folgt den unterschiedlichen Einsatzgebieten zur ganzheitlichen Behandlung einer Hufrehe.

  1. Stoffwechsel aktivieren
    Da der Stoffwechsel bei Hufrehe meist das Grundproblem ist, müssen Kräuter enthalten sein, die den Stoffwechsel aktivieren. Ein praktischer Nebeneffekt: Ein aktiver Stoffwechsel verbrennt mehr Fett. Und da die meisten Pferde an einer Futterrehe leiden und/oder schon zu dick sind (was zu einer gefährlichen Verselbstständigung der Hufrehe-Problematik führt!), helfen stoffwechselfördernde Kräuter auch gleich beim abnehmen.
  2. Durchblutung
    Zwar ist meines Wissensstandes nach noch nicht abgesichert, dass sich die Stoffwechselproblematik aufgrund der minderen Durchblutung in der Huflederhaut niederschlägt, dennoch gibt es genug Hinweise darauf. Grund genug durchblutungssteigernde Pflanzen in die Hufrehe-Mischung mit einzubauen. Allerdings nicht irgendwelche. Denn allgemein durchblutungssteigernde Pflanzen sorgen noch nicht zwangsläufig für eine Durchblutung in der Peripherie (also den vom Herz weiter entfernten Adern z.B. der Extremitäten). Dort wollen wir ja aber Durchblutung haben. Im Huf.
  3. Magenschutz & Verdauungsförderung
    Ein gestörter Säure-Basen-Haushalt, eine schlecht funktionierende Verdauung und Magenprobleme sind Gift für ein Hufrehe-Pferd (aus den oben bereits angeführten Gründen). Es ist also unbedingt notwendig, diese Gebiete mit Pflanzen zu schützen und zu fördern.
  4. Ausleitung von Toxinen (Giften)
    Ein gestörter Stoffwechsel sorgt für mehr Gifte im Körper als normal wäre. Diese Gifte schlagen sich aber in der Huflederhaut nieder und verursachen die Hufrehe. Bei Hufrehe gefährdeten Pferden oder solchen, die bereits Hufrehe haben, ist es also allererste Bürgerpflicht, die Toxine aus dem Körper zu leiten! Und zwar schnell. Darum bin ich auch so überzeugt von Kräutern. Denn die sind wirklich schnell und stark genug, das zu leisten. M. E. vermag Homöopathie dies in diesem Umfang nicht.

Die richtige Kräuter-Qualität macht den Unterschied!

Leider sind Kräuter nicht gleich Kräuter. Kräuter können z.B. als Gewürz verkauft werden. Somit unterliegen sie keiner Kontrolle in Hinsicht auf ihre Wirksamkeit in der Therapie! Nur Kräuter, die in Arzneibuch-Qualität verkauft werden, wurden vom Anbau über die Trocknung bis zur Weiterverarbeitung kontrolliert. Dies geschieht nach den strengen Vorschriften der Arzneibücher (z.B. des Deutschen Arzneibuches oder des Europäischen Arzneibuches).

Gute Qualität erkennen Sie aber auch ganz einfach, wenn Sie diese in der Hand halten. Denn hochwertige Kräuter haben trotz der Trockung Farbe (statt gräuliches Durcheinander) und duften noch stark. Ist der Duft verflogen, ist auch die Wirkung weg!

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Quellen / verwendete Literatur:

  • Bender, Ingolf (2000): Praxishandbuch Pferdefütterung. Stuttgart: Kosmos Verlag.
  • Blobel, Karl (2010):Telefoninterview mit Dr. Karl Blobel, Tierarzt in Ahrensburg, am 18. Mai 2011
  • Bührer-Lucke, Gisa (2010): Expedition Pferdekörper. Stuttgart: Kosmos Verlag.
  • Gösmeier, Ina und Heüveldop, Sabine (2007): Pferde gesund und vital durch Homöopathie. Stuttgart: Müller Rüschlikon Verlag.
  • Meyer, Helmut und Coenen, Manfred (2002): Pferdefütterung. 4., erweiterte und aktualisierte Auflage. Berlin: Parey Buchverlag.
  • Rasch, Konstanze (2010) : Diagnose Hufrehe. Stuttgart:  Müller Rüschlikon
  • Schmidt, Romo und Häusler-Naumburger, Ulrike und Dübbert, Thomas (2002): Hufrehe. Vermeidung – Früherkennung – Heilung; Cham: Müller Rüschlikon Verlag
  • The Laminitis Trust: http://www.laminitis.org/
  • Vervuert, Ingrid (2010): Telefoninterview mit Dr. Ingrid Vervuert, Institut für Tierernährung, Ernährungsschäden und Diäthetik der Veterinärmedizinischen Universität Leipzig am 19. Mai 2011.
  • Eigene Erfahrungen, Erfahrungen anderer Pferdehalter
  • Fritz, Christina (2012): Pferde fit füttern: Wie ich mein Pferd artgerecht ernähre. Schwarzenbek: Cadmos Verlag