Beim Metabolischen Syndrom produziert das Fettgewebe Hormone, welche den Stoffwechsel entgleisen lassen, was zu Giftstoffen im Organismus führt und dann zur Hufrehe. Anders ausgedrückt: Übergewicht führt zur Hufrehe und ist somit eine Wohlstandserkrankung.

Das Problem: viele Pferdehalter sehen Übergewicht als eine Bagatelle an oder erkennen das Übergewicht beim eigenen Pferd nicht. Doch Übergewicht hat viele ernst zu nehmende Krankheiten zur Folge (siehe bei uns Menschen), als direkte Folge bisher nachgewiesen ist auf jeden Fall die Hufrehe. Um Menschen einen Anhaltspunkt zu geben, ob ihr Pferd übergewichtig ist oder nicht, wurde der „Body Condition Score“ für Pferde entwickelt, der Kriterien vorgibt, nach denen das eigene Pferd auf Übergewicht untersucht werden kann.  Nach dem Body Condition Score für Pferde ist ein Pferd übergewichtig, wenn sich an folgenden Körperstellen Fettpolster erfühlen lassen oder sogar schon sichtbar sind:

Übergewicht zeigt sich:

  1. auf dem Mähnenkamm: Was bei vielen als schicker Hals gilt, ist oftmals nur ein sehr deutliches Zeichen für Übergewicht – jedenfalls dann, wenn das Pferd ansonsten in keinem stark bemuskelten Zustand ist.
  2. auf den Rippen: Wenn die Rippen nicht mehr zu fühlen sind oder durch eine puddingartige, verschiebbare Masse verdeckt sind, ist das Pferd deutlich übergewichtig
  3. auf der Kruppe
  4. am Schweifansatz
  5. in der Sattelgurtlage, direkt hinter der Schulter des Pferdes
  6. am Widerrist
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Zum Vergleich: bei einem normalgewichtigen Pferd sind die Rippen ganz leicht zu fühlen und auch mit den Augen zu erahnen! Im Zweifelsfall einen auf Pferde spezialisierten Tierarzt fragen. Die Ursache für die Verfettung der Pferde beim Metabolischen Syndrom ist zum einen in der Krankheit selbst begründet (das Pferd hat immer Hunger), zum anderen verursacht aber auch eine dauerhafte Überfütterung eine Störung des Stoffwechsels und der dritte Punkt ist vor allem fehlende Bewegung. In der freien Natur bewegen sich Pferde 16 Stunden am Tag. Und heute?

Cushing (ECS)

Beim Cushing ist die Hirnanhangdrüse erkrankt, daraus folgen Hormonstörungen. In diesem Fall kann Hufrehe ein Symptom der Erkrankung sein, ebenso wie: Insulinresistenz, eine Verfettung wie beim Metabolischen Syndrom (später Abmagerung), kaum Abstoßung des Winterfells, leichtes Schwitzen, schlechte Kondition und Bemuskelung und so weiter. Typisch ist, dass diese Krankheit meist erst ab ca. dem 18. Lebensjahr auftritt. Im Gegensatz zum Metabolischen Syndrom ist Cushing also eine Alterserkrankung und die Verfettung entsteht nicht durch eine Überfütterung.

Die gute Nachricht: Cushing ist meist durch einen kompetenten (Pferde-) Tierarzt mit Medikamenten zu behandeln (z.B.: Pergolide oder Prascent) und auch naturheilkundlich durch stoffwechselfördernde Kräuter und Mönchspfeffer.

Quellen / verwendete Literatur:

  • Bender, Ingolf (2000): Praxishandbuch Pferdefütterung. Stuttgart: Kosmos Verlag.
  • Blobel, Karl (2010):Telefoninterview mit Dr. Karl Blobel, Tierarzt in Ahrensburg, am 18. Mai 2011
  • Bührer-Lucke, Gisa (2010): Expedition Pferdekörper. Stuttgart: Kosmos Verlag.
  • Meyer, Helmut und Coenen, Manfred (2002): Pferdefütterung. 4., erweiterte und aktualisierte Auflage. Berlin: Parey Buchverlag.
  • Rasch, Konstanze (2010) : Diagnose Hufrehe. Stuttgart:  Müller Rüschlikon
  • Schmidt, Romo und Häusler-Naumburger, Ulrike und Dübbert, Thomas (2002): Hufrehe. Vermeidung – Früherkennung – Heilung; Cham: Müller Rüschlikon Verlag
  • The Laminitis Trust: http://www.laminitis.org/
  • Vervuert, Ingrid (2010): Telefoninterview mit Dr. Ingrid Vervuert, Institut für Tierernährung, Ernährungsschäden und Diäthetik der Veterinärmedizinischen Universität Leipzig am 19. Mai 2011.
  • Eigene Erfahrungen, Erfahrungen anderer Pferdehalter
  • Fritz, Christina (2012): Pferde fit füttern: Wie ich mein Pferd artgerecht ernähre. Schwarzenbek: Cadmos Verlag